The first days and our new home

Am Samstag, den 20 August 2016, kamen wir endlich in Potchefstroom und somit in unserem neuen Zuhause an! Das Haus, in dem wir für das Jahr wohnen werden, ist sehr groß und schön. Und es wurde ganz neu für uns als die ersten Freiwilligen in dem Haus angemietet. Das Haus ist sehr zentral gelegen, aber dennoch in einem schönen und ruhigen Wohngebiet. Einige Wohngebiete hier – wie in dem wir wohnen – kann man mit denen in Deutschland vergleichen, nur jedes Haus ist von einem hohen Zaun umgeben, um es vor Einbrechern zu schützen. Auch wir haben einen, nur keinen mit Stacheldraht oder auch keinen Elektrozaun, wie es einige hier haben. Bisher ist alles noch ein bisschen kühl eingerichtet, aber das wollen wir noch in den nächsten Wochen zusammen ein bisschen verändern. Insgesamt ist das Haus in 9 Zimmern aufgeteilt. Wir haben ein sehr großes Ess- und Wohnzimmer, an dem eine geräumige Küche und ein Waschraum anschließt. Zudem haben wir zwei Badezimmer, 3 Einzelzimmer und ein Doppelzimmer. Leider müssen sich bei uns 2 Personen ein Zimmer teilen. Da sich bei der Zimmeraufteilung natürlich keiner freiwillig für das Doppelzimmer gemeldet hat, haben wir Zettel gezogen. Die Zettel mit dem Doppelzimmer haben zuerst Anna und Marvin gezogen, die sich jetzt für die ersten 4 Monate ein Zimmer teilen müssen. Danach wechseln wir die Zimmer wieder. Vor unserem Haus haben wir noch einen schönen Vorgarten und eine Garage für unsere 2 Autos und hinter unserem Haus befindet sich noch ein so genanntes Braai-Haus (Grillhaus), was wir alle ziemlich cool finden. Auf unserem Grundstück wohnt zudem noch in einem separaten kleinen Haus Johanna mit ihrem Ehemann (ich habe leider gerade seinen Namen vergessen…). Die beiden sind super nett und Johanna arbeitet bei dem Kinderheim Abraham Kriel, von dem wir unser Essen erhalten. Zudem kümmert sich das Kinderheim noch um die weiteren Dinge wie Küchenutensilien, Fahrräder und das Wlan, welches hier aber leider ein bisschen begrenzt ist… Glücklicherweise kommt zudem noch jede Woche zweimal eine Putzfrau vom Kinderheim zu uns, die für uns die Küche, die Bäder und das Wohnzimmer putzt, da das Haus mit 5 Personen wirklich ziemlich schnell dreckig wird und immer sehr viel gebrauchtes Geschirr in der Küche herumliegt, was mich teilweise ziemlich stört, da ich Unordnung und Dreck nicht wirklich toll finde… 😀 Leider haben wir auch keine Spülmaschine… Aber sonst ist das Haus ziemlich gut ausgestattet!

An dieser Stelle muss ich auch zugeben, dass ich mir das WG-Leben vorher ein bisschen einfacher vorgestellt habe. Anfangs war es schon eine kleine Umstellung, sich selbst um den Haushalt zu kümmern und mit mehreren Personen, die man noch nicht richtig kennt und die unterschiedliche Vorstellungen von Sauberkeit und Ordnung haben, zusammen zu wohnen. Anbei auch ein großes Dankeschön an meine Mama, die bisher immer so viel für mich gemacht hat und sich um unseren Haushalt gekümmert hat. Jetzt weiß ich deine Mühen wirklich zu schätzen! 😀

Nach unserer Ankunft hat uns Retha, einer unserer neuen Arbeitskolleginnen, zu sich zu einem Braai nach Hause eingeladen. Neben Retha arbeiten noch Deanne und Maxine bei Bafenyi, meinem Projekt, und natürlich Elsa, die unsere „Chefin“ ist, aber ihre Arbeit bei Bafenyi in Zukunft ein bisschen reduzieren will. Deanne und Maxine sind ungefähr erst Mitte 20, was für uns ganz cool ist. Jedoch sind alle 4 super nett, warmherzig und sehr hilfsbereit und man fühlt sich sehr gut aufgenommen und ich denke, dass die 4 eine tolle „Ersatzfamilie“ darstellen werden. Zu dem Braai kamen zudem noch Retha’s Mann Dawid und Tochter Marie sowie Elsa’s Mann Gerrit. Schnell konnten wir an diesem Nachmittag feststellen, dass der Braai für die Südafrikaner einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen sowie ein Stück gesamtsüdafrikanischer Identität und  Kultur ist. Beim Braai wird jedes Mal ein Mann zum Braaimaster auserkoren, was bei uns Retha’s Mann war. Nun er war zuständig für das Fleisch, sonst kein anderer und eine Frau hat nach südafrikanischer Tradition am Braai nichts verloren, Frauen dürfen lediglich das Fleisch aus dem Kühlschrank nehmen, das Fleisch vormarinieren und es auf Tellern oder Tabletts an den Braai tragen. Damit hört dann auch die weibliche Einmischung in den Braai auf und die Frauen dürfen sich noch um die Salate und Brote kümmern. Nicht nur an den Braai-Regeln, sondern auch daran, wie geschockt alle gewesen waren, als wir ihnen erzählt haben, dass ein Mädchen und ein Junge sich bei uns im Haus ein Zimmer teilen müssen, konnten wir erkennen, dass viele Südafrikaner sehr konservativ sind. Sie konnten sich ebenfalls nicht vorstellen, dass es in Deutschland gemischte Umkleiden oder einen FKK-Strand gibt… 😀

Für alle die, die nicht wisse, wie wir uns verständigen können: Unsere „Arbeitskollegen“ sind alle weiß und daher ist deren Muttersprache Afrikaans. Trotzdem können aber alle hier Englisch – die meisten Weißen aufgrund ihrer Bildung besser als die Schwarzen –, weil es so viele verschiedene Sprachen in Südafrika gibt und daher wird Englisch als die Sprache gesprochen, die alle können (sollen). Ihr denkt jetzt wahrscheinlich, dass meine Bezeichnungen von „Schwarz“ und „Weiß“ rassistische Züge mit sich ziehen, aber jemanden anhand seiner Hautfarbe zu beschreiben oder einzuteilen ist in Südafrika nicht notgedrungen rassistisch. In Südafrika gibt die Hautfarbe nicht nur Auskunft über das Aussehen, sondern auch über den Herkunftsort, die Sprache, die Religion und die Tradition der Menschen. Pauschaleinordnungen wie „Ausländer“ kennen wir auch, nur teilen wir daheim nicht in Black, Jewish, Cape Coloured oder Afrikaans ein. Südafrikaner haben zudem mit den Worten schwarz, weiß und farbig, im Gegensatz zu uns Europäern, keine Berührungsängste. Schwarze haben kein Problem zu sagen, dass sie schwarz sind, und man ist stolz darauf, ein Zulu, ein Cape Coloured oder ein weißer Südafrikaner zu sein.

Nachdem wir den Braai, der übrigens sehr lecker, aber unglaublich Fleisch lastig war, haben wir noch ein bisschen Rugby geguckt. Besonders die weißen Südafrikaner sind verrückt nach Rugby und die Spiele am Wochenende sind immer ein großes Event für alle.

Am nächsten Tag haben wir noch bei uns Zuhause eine kleine Einweihungsfeier gegeben, bei der wir ebenfalls einen Braai veranstaltet haben. Zu unserer Feier kamen unsere beiden Nachbarn und die restlichen Freiwilligen, die ebenfalls in Potchefstroom – aber jedoch bei unterschiedlichen Projekten – arbeiten. Insgesamt sind wir in Potchefstroom 13 Freiwillige, was ganz cool ist, da man so mit mehreren Leuten viel unternehmen oder sich treffen kann. Am Montag darauf fing dann unsere erste Arbeitswoche bei Bafenyi an, von der ich auch bald noch ausführlich berichten werde.

Bis dahin ganz liebe und sonnige Grüße hier aus Südafrika! – Eure Hannah

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