Linksverkehr

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Wie ihr der Überschrift ja bereits entnehmen konntet: in Südafrika herrscht Linksverkehr. Am Anfang hatte ich deswegen schon ein wenig Angst vor dem Autofahren, aber wir durften auch noch nicht sofort alleine ein Auto fahren. Wir mussten zunächst an einer Theoriestunde und dann an einer daran anschließenden Praxisstunde teilnehmen, um gut auf den südafrikanischen Straßenverkehr vorbereitet zu sein. Dies ist besonders wichtig für unser Projekt, da wir ungefähr jeden Tag ca. 2-3 Stunden mit dem Auto unterwegs sind. So durften wir auch die südafrikanische Fahrschule bereits am ersten Arbeitstag besuchen. Die Theoriestunde war sogar noch langweiliger hier, als die in Deutschland, denn wir mussten uns einen zweistündigen Film angucken, der aus den 80er-Jahren stammte…

Die Verkehrsregeln in Südafrika sind recht identisch mit denen in Deutschland. Die einzige große Ausnahme besteht jedoch darin, dass es größtenteils kein „rechts vor links“ gibt. Dafür weisen sehr viele Kreuzungen an jeder Straße ein Stoppschild auf. Bei solchen Kreuzungen darf dann derjenige als erstes fahren, der als erster an der Haltelinie zum Stehen gekommen ist. Zuerst habe ich mir dabei gedacht, dass so eine Regel in der Praxis nie funktionieren kann, aber als ich dann Auto fahren durfte, konnte ich schnell feststellen, dass dem nicht so ist.

Die Praxisstunde war zum Glück aber wesentlicher besser, als die in Deutschland. Zuerst sind wir zu einem Freund des Fahrlehrers gefahren, um diesem Patronenhülsen für sein Gewehr vorbei zu bringen, was ehrlich gesagt sehr seltsam war 😀 Danach hat er uns zu einem Fleischspieß und zu einem Pfannekuchen am Straßenrand eingeladen und zum Schluss sind wir noch zu ihm nach Hause gefahren, weil er uns seine Oldtimer und Motorradsammlung präsentieren wollte. Ich hatte keine Probleme damit, auf der linken Straßenseite zu fahren. Anfangs habe ich nur oft den Scheibenwischer angestellt, obwohl ich eigentlich blinken wollte oder ich wollte auf der Beifahrerseite anstatt auf der Fahrerseite einsteigen. Wenn ich nicht so gut aufpasse, kann es manchmal noch passieren, dass ich auf einem Parkplatz auf der rechten Seite fahre, aber nach ca. 3 Wochen ist für mich der Linksverkehr so normal geworden wie es vorher der Rechtsverkehr war und ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, auf der rechten Seite mit dem Auto zu fahren. Das wird dann in einem Jahr noch mal eine große Umstellung für mich werden… 😀

Das schlimmste am südafrikanischen Straßenverkehr sind jedoch eindeutig die vielen Minitaxis, die größtenteils zwischen der Stadt und dem Township außerhalb hin und her fahren. Unter südafrikanischen Minitaxis muss man sich furchtbar unkomfortable, lebensgefährliche, zumeist nicht TÜV-zertifizierte, aber dafür recht lustige Kleinbusse vorstellen, die alle Straßenregeln missachten und sich mit einem nicht erlaubten und sehr gefährlichen Tempo zwischen dir herschlängeln. Zudem sind die Taxis oft die Hauptverursacher von Unfällen. Insgesamt ist der Straßenverkehr aber sehr interessant zu beobachten, da ziemlich viele Autos auf den Straßen unterwegs sind, die unter deutschen Bedingungen schon gar nicht mehr zugelassen wären oder auf den vielen Pick-ups sitzen hinten 6 Menschen eingequetscht, manchmal auch Tiere oder auch viele Sachen, die jeden Moment vom Runterfallen bedroht sind.

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