Trip to Pilanesberg

Heute möchte ich euch noch von unserem ersten Wochenendtrip in den Pilanesberg-National-Park berichten! Samstagmorgens haben Lino, Marvin, Anna und ich uns zusammen mit 5 weiteren Freiwilligen des Abraham Kriel Kinderheims hier in Potchefstroom auf den Weg nach Rustenburg gemacht. Die Stadt, in der wir uns eine schöne Unterkunft gebucht haben, liegt in der ungefähren Nähe des Safari-Parks. Als wir gegen Spätnachmittag dort ankamen, haben wir nur kurz unser Gepäck abgeladen und sind weiter in den Safari-Park gefahren, denn am besten unternimmt man einen Game Drive entweder gegen Abend, wenn die Sonne unter geht oder Morgens, wenn die Sonne aufgeht, da die Wahrscheinlichkeit dann am größten ist, besonders einfach und schnell viele Tiere sehen zu können. Die Safari-Tour war wirklich traumhaft schön und die Landschaft atemberaubend! Der Ausblick von den Bergen auf den National-Park und die Stille, die dort herrscht, sind einfach nur unglaublich und so viele wilde Tiere hautnah vor deinem Auto sehen zu können, war ein einzigartiges Erlebnis, welches ich sicher nicht so schnell vergessen werde. Um nach Rustenburg und in den Safari-Park kommen zu können, mussten wir jeweils 2 Autos mieten, da Anna, Lino und ich unser eigenes Auto leider nur in Potchefstroom und in der näheren Umgebung davon nutzen dürfen. Zudem wäre das Auto für 9 Personen leider eh zu klein gewesen. Anna, Lino, Marvin und ich haben uns zusammen einen kleinen Toyota als Auto geteilt, was im nachhinein nicht die klügste Auto-Entscheidung war, da das Auto nicht so gut für Safari-Touren geeignet gewesen ist, denn die Straßen – wenn man sie überhaupt Straßen nennen kann – waren nicht asphaltiert. Sie gingen teilweise querfeld ein und waren mit Schlaglöchern übersäht. Die anderen Besucher waren meistens mit Range Rowers oder anderen großen Safari-Autos unterwegs und haben uns dann teilweise sehr belustigt oder auch perplext angeschaut, als wir mit unserem keinen Toyota vorbei gefahren sind :D. Aber zum Glück konnten wir uns überhaupt ein Auto bei einer Autovermietung leihen, denn es ist in Potchefstroom ein bisschen schwierig, unter 21 ein Auto anmieten zu können. Da aber Marvin schon 26 ist, war das für uns kein Problem. So durfte eigentlich nur Marvin aus versicherungstechnischen Gründen das Auto fahren, aber im Safari-Park hat er teilweise mit Lino getauscht und auch ich konnte mich nach langem hin und her endlich bei den Jungs durchsetzten und so bin ich das Auto im Safari-Park auch gefahren, was wirklich viel Spaß gemacht hat! Genau vor unserem Auto lief nämlich dann eine Elefanten Herde entlang, und auch Zebras oder Giraffen standen nur Zentimeter entfernt vor unserem Auto. Insgesamt konnten wir viele der Tiere der so genannten „Big Five“ sehen. Die „Big Five“ sind die am schwersten zu bezwingenden Tiere und nicht die Tiere, die am größten sind, wie viele glauben. Zu den „Big Five“ gehören: Elefant, Löwe, Nashorn, Leopard und Büffel. Diese Tiere sind übrigens auch auf den Südafrikanischen Geldscheinen abgedruckt. Leider haben wir keine Löwen oder Leoparden gesehen…aber um diese sehen zu können, gehört meistens ziemlich viel Glück dazu. Ich hoffe, dass ich das dann im Krüger Nationalpark oder in einem anderen Safari-Park nachholen kann.

Am Abend sind wir dann zu unserer Unterkunft zurück gefahren und haben uns dort mit unseren bestellten Pizzen noch an der Bar zusammengesetzt. Für Lino endete der Abend jedoch leider nicht so gut, da dieser mit dem Fuß umgeknickt ist und sich einen Bänderriss zugezogen hat, wie es sich am nächsten Abend darauf in der Klinik in Potchefstroom herausstellte. An dieser Stelle kann ich nur sagen, dass ich hoffe, nie in diesem Jahr hier krank zu werden, da ich mit Lino in der Klinik ca. 4 Stunden warten musste, bis er endlich dran kam! Nachdem wir am Samstagabend dann Lino verarzt hatten, sind wir dann doch relativ früh ins Bett gegangen, da wir am nächsten Tag um 5 Uhr aufstehen wollten, um früh genug zum Sonnenaufgang im Safari-Park sein zu können. Als wir dann am nächsten Tag so gegen 19 Uhr wieder zu Hause waren, mussten wir leider noch ein bisschen das Auto sauber machen, da dieses ziemlich verdreckt war. Überall hing der rote Staub/Sand am Auto und auch von innen habe ich ein Auto noch nie so verdreckt gesehen wie es dieses war.

Zusammenfassend war der Wochenend-Trip ein sehr gelungenes, wunderschönes und aufregendes Erlebnis, wie ihr wahrscheinlich auf den Bildern sehen könnt.

Weitere und qualitativ schönere Bilder werde ich morgen oder übermorgen noch hochladen, falls ich die dann von Marvin bekommen habe. 🙂

Liebe Grüße nach Deutschland! Fühlt euch gedrückt von mir!  – Eure Hannah

 

Werbeanzeigen

The first days and our new home

Am Samstag, den 20 August 2016, kamen wir endlich in Potchefstroom und somit in unserem neuen Zuhause an! Das Haus, in dem wir für das Jahr wohnen werden, ist sehr groß und schön. Und es wurde ganz neu für uns als die ersten Freiwilligen in dem Haus angemietet. Das Haus ist sehr zentral gelegen, aber dennoch in einem schönen und ruhigen Wohngebiet. Einige Wohngebiete hier – wie in dem wir wohnen – kann man mit denen in Deutschland vergleichen, nur jedes Haus ist von einem hohen Zaun umgeben, um es vor Einbrechern zu schützen. Auch wir haben einen, nur keinen mit Stacheldraht oder auch keinen Elektrozaun, wie es einige hier haben. Bisher ist alles noch ein bisschen kühl eingerichtet, aber das wollen wir noch in den nächsten Wochen zusammen ein bisschen verändern. Insgesamt ist das Haus in 9 Zimmern aufgeteilt. Wir haben ein sehr großes Ess- und Wohnzimmer, an dem eine geräumige Küche und ein Waschraum anschließt. Zudem haben wir zwei Badezimmer, 3 Einzelzimmer und ein Doppelzimmer. Leider müssen sich bei uns 2 Personen ein Zimmer teilen. Da sich bei der Zimmeraufteilung natürlich keiner freiwillig für das Doppelzimmer gemeldet hat, haben wir Zettel gezogen. Die Zettel mit dem Doppelzimmer haben zuerst Anna und Marvin gezogen, die sich jetzt für die ersten 4 Monate ein Zimmer teilen müssen. Danach wechseln wir die Zimmer wieder. Vor unserem Haus haben wir noch einen schönen Vorgarten und eine Garage für unsere 2 Autos und hinter unserem Haus befindet sich noch ein so genanntes Braai-Haus (Grillhaus), was wir alle ziemlich cool finden. Auf unserem Grundstück wohnt zudem noch in einem separaten kleinen Haus Johanna mit ihrem Ehemann (ich habe leider gerade seinen Namen vergessen…). Die beiden sind super nett und Johanna arbeitet bei dem Kinderheim Abraham Kriel, von dem wir unser Essen erhalten. Zudem kümmert sich das Kinderheim noch um die weiteren Dinge wie Küchenutensilien, Fahrräder und das Wlan, welches hier aber leider ein bisschen begrenzt ist… Glücklicherweise kommt zudem noch jede Woche zweimal eine Putzfrau vom Kinderheim zu uns, die für uns die Küche, die Bäder und das Wohnzimmer putzt, da das Haus mit 5 Personen wirklich ziemlich schnell dreckig wird und immer sehr viel gebrauchtes Geschirr in der Küche herumliegt, was mich teilweise ziemlich stört, da ich Unordnung und Dreck nicht wirklich toll finde… 😀 Leider haben wir auch keine Spülmaschine… Aber sonst ist das Haus ziemlich gut ausgestattet!

An dieser Stelle muss ich auch zugeben, dass ich mir das WG-Leben vorher ein bisschen einfacher vorgestellt habe. Anfangs war es schon eine kleine Umstellung, sich selbst um den Haushalt zu kümmern und mit mehreren Personen, die man noch nicht richtig kennt und die unterschiedliche Vorstellungen von Sauberkeit und Ordnung haben, zusammen zu wohnen. Anbei auch ein großes Dankeschön an meine Mama, die bisher immer so viel für mich gemacht hat und sich um unseren Haushalt gekümmert hat. Jetzt weiß ich deine Mühen wirklich zu schätzen! 😀

Nach unserer Ankunft hat uns Retha, einer unserer neuen Arbeitskolleginnen, zu sich zu einem Braai nach Hause eingeladen. Neben Retha arbeiten noch Deanne und Maxine bei Bafenyi, meinem Projekt, und natürlich Elsa, die unsere „Chefin“ ist, aber ihre Arbeit bei Bafenyi in Zukunft ein bisschen reduzieren will. Deanne und Maxine sind ungefähr erst Mitte 20, was für uns ganz cool ist. Jedoch sind alle 4 super nett, warmherzig und sehr hilfsbereit und man fühlt sich sehr gut aufgenommen und ich denke, dass die 4 eine tolle „Ersatzfamilie“ darstellen werden. Zu dem Braai kamen zudem noch Retha’s Mann Dawid und Tochter Marie sowie Elsa’s Mann Gerrit. Schnell konnten wir an diesem Nachmittag feststellen, dass der Braai für die Südafrikaner einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen sowie ein Stück gesamtsüdafrikanischer Identität und  Kultur ist. Beim Braai wird jedes Mal ein Mann zum Braaimaster auserkoren, was bei uns Retha’s Mann war. Nun er war zuständig für das Fleisch, sonst kein anderer und eine Frau hat nach südafrikanischer Tradition am Braai nichts verloren, Frauen dürfen lediglich das Fleisch aus dem Kühlschrank nehmen, das Fleisch vormarinieren und es auf Tellern oder Tabletts an den Braai tragen. Damit hört dann auch die weibliche Einmischung in den Braai auf und die Frauen dürfen sich noch um die Salate und Brote kümmern. Nicht nur an den Braai-Regeln, sondern auch daran, wie geschockt alle gewesen waren, als wir ihnen erzählt haben, dass ein Mädchen und ein Junge sich bei uns im Haus ein Zimmer teilen müssen, konnten wir erkennen, dass viele Südafrikaner sehr konservativ sind. Sie konnten sich ebenfalls nicht vorstellen, dass es in Deutschland gemischte Umkleiden oder einen FKK-Strand gibt… 😀

Für alle die, die nicht wisse, wie wir uns verständigen können: Unsere „Arbeitskollegen“ sind alle weiß und daher ist deren Muttersprache Afrikaans. Trotzdem können aber alle hier Englisch – die meisten Weißen aufgrund ihrer Bildung besser als die Schwarzen –, weil es so viele verschiedene Sprachen in Südafrika gibt und daher wird Englisch als die Sprache gesprochen, die alle können (sollen). Ihr denkt jetzt wahrscheinlich, dass meine Bezeichnungen von „Schwarz“ und „Weiß“ rassistische Züge mit sich ziehen, aber jemanden anhand seiner Hautfarbe zu beschreiben oder einzuteilen ist in Südafrika nicht notgedrungen rassistisch. In Südafrika gibt die Hautfarbe nicht nur Auskunft über das Aussehen, sondern auch über den Herkunftsort, die Sprache, die Religion und die Tradition der Menschen. Pauschaleinordnungen wie „Ausländer“ kennen wir auch, nur teilen wir daheim nicht in Black, Jewish, Cape Coloured oder Afrikaans ein. Südafrikaner haben zudem mit den Worten schwarz, weiß und farbig, im Gegensatz zu uns Europäern, keine Berührungsängste. Schwarze haben kein Problem zu sagen, dass sie schwarz sind, und man ist stolz darauf, ein Zulu, ein Cape Coloured oder ein weißer Südafrikaner zu sein.

Nachdem wir den Braai, der übrigens sehr lecker, aber unglaublich Fleisch lastig war, haben wir noch ein bisschen Rugby geguckt. Besonders die weißen Südafrikaner sind verrückt nach Rugby und die Spiele am Wochenende sind immer ein großes Event für alle.

Am nächsten Tag haben wir noch bei uns Zuhause eine kleine Einweihungsfeier gegeben, bei der wir ebenfalls einen Braai veranstaltet haben. Zu unserer Feier kamen unsere beiden Nachbarn und die restlichen Freiwilligen, die ebenfalls in Potchefstroom – aber jedoch bei unterschiedlichen Projekten – arbeiten. Insgesamt sind wir in Potchefstroom 13 Freiwillige, was ganz cool ist, da man so mit mehreren Leuten viel unternehmen oder sich treffen kann. Am Montag darauf fing dann unsere erste Arbeitswoche bei Bafenyi an, von der ich auch bald noch ausführlich berichten werde.

Bis dahin ganz liebe und sonnige Grüße hier aus Südafrika! – Eure Hannah

Final Touchdown in South Africa

Hallo meine Lieben in Deutschland,

zuerst einmal: ich bin gut in Südafrika angekommen und ich liebe das Land jetzt schon! Der Abschied von meiner Familie am Bahnhof in Münster fiel mir jedoch sehr schwer, aber ich freue mich schon darauf, sie im Februar wieder zu sehen. Der Flug dauerte ungefähr 10 Stunden und er war sehr angenehm, denn ich hatte einen Platz in der ersten Reihe und dann noch am Fenster! Allerdings konnte ich wahrscheinlich aufgrund der großen Aufregung nur sehr wenig schlafen. Während des Fluges haben wir zuerst ein warmes Abendessen mit südafrikanischem Wein bekommen. Zum Frühstück gab es allerdings auch warmes Essen, genauer gesagt Würstchen, was dann eher weniger genießbar war. In den darauf folgenden Tagen musste ich jedoch schnell feststellen, dass es für die Südafrikaner keine Seltenheit ist, zum Frühstück warmes Essen (meistens Würstchen mit dem Nationalgericht Pap = Maisbrei) zu servieren. Als wir ungefähr um 7 Uhr morgens in Johannesburg ankamen, hat uns ein Bus mit einer Reiseführerin abgeholt, die uns einiges über das Land erzählt hat – dazu aber später mehr. Der Bus sollte uns zuerst zu einer Farm, die Manzini Farm bringen, die in der Nähe von Potchefstroom, mein neues zuhause für das kommende Jahr, liegt und auf der wir die ersten zwei Tage verbringen sollten. Während der Fahrt konnte ich schon die ersten Eindrücke von Südafrika gewinnen. Zunächst ist die Natur in Südafrika sehr sehr trocken, da es nur selten regnet. Daher gibt es in Südafrika – zumindest in der Region um Johannesburg herum –  größtenteils kein grünes, sonder nur gelbliches/bräunliches Gras, was eher vergleichbar mit Stroh ist. An der Cap-Region ist dies jedoch ein bisschen anders, da es dort öfter regnet. Zudem ist die Erde in Südafrika eher rötlich und sehr staubig und es gibt wenige Bäume mit grünen Blättern, wie wir sie von Deutschland aus kennen. Auffällig an den Autobahnen ist zudem noch der viele Müll, der an den Straßenrändern herum liegt und alle paar Minuten sieht man Menschen (ausschließlich schwarze Südafrikaner) am Straßenrand herumsitzen – dies liegt größtenteils an der hohen Arbeitslosigkeit und der damit verbundenen Armut. Auf dem Weg zu der Farm sind wir zudem an Teilen des größten und bekanntesten Townships in Südafrika – Soweto – vorbei gekommen. Man konnte nur von weitem die kleinen Wellblechhütten erkennen, die notdürftig zusammengebaut wurden und von Müll umringt waren, doch das hat mir schon gereicht, um geschockt und entsetzt zu sein. Eine so große Armut habe ich bisher in meinem Leben noch nicht hautnah gesehen und bis dahin war dies für mich auch unvorstellbar. Sehr auffällig war zudem schon schnell der berühmte Unterschied zwischen den verschiedenen Schichten in Südafrika. So kann man auf der einen Seite der Autobahn Townships mit Wellblechhütten erkennen und auf der anderen Seite die reichen Wohnvierteln mit großen Steinhäusern wie sie bei uns in Deutschland zu finden sind.

Während der Fahrt hat uns die Reiseführerin viel über die Probleme in Südafrika erzählt. Zum Beispiel haben viele arme Frauen vor einigen Jahren ihre Babys sehr oft selbst illegal abgetrieben oder haben sie nach der Geburt irgendwo ausgesetzt, da sie nicht ausreichende finanzielle Mittel besitzen, um sich selbst und das Baby ernähren zu können. So beendeten viele Südafrikanerinnen ihre Schwangerschaft mit Gift oder spitzen Gegenständen. Um dies zu verhindern, bekommt nun jede Frau für ein Kind ein geringes Kindergeld von der Regierung (ungefähr 300 Rand = 20 Euro). Doch mit diesem Kindergeld sind weitere Probleme entstanden, denn viele Eltern nutzen das Geld für ihren Alkohol- oder Drogenkonsum und nicht für den Einkauf von Nahrungsmitteln. Zudem ist die Geburtenrate seit der Einführung in Südafrika deutlich gestiegen und immer mehr Kinder müssen in Armut leben und sie werden nicht ausreichend gefördert, um eine gute Schulausbildung und später einen Beruf erlangen zu können.

Als wir an einem sehr alten und großen Friedhof vorbeigefahren sind, hat uns unsere Reiseführerin viel über Beerdigungen in Südafrika erzählt, was ich sehr interessant fand. So ist es für die Südafrikaner zum Beispiel eine Katastrophe, wenn sie den Leichnamen eines Verwandten nicht beerdigen können, wie es vor ca. 7 Wochen der Fall war, als einer der Goldminen in Südafrika eingestürzt ist und somit viele Arbeiter begraben hat, denn für die Südafrikaner ist es sehr wichtig, die Seele des Verstorbenen durch die Beerdigung des Leichnams zurück zu holen. Diese Bedeutung ist nicht nur für die älteren, sonder vor allem auch für die jungen Menschen in Südafrika besonders relevant und insgesamt spielt die Kultur und die Religion im Leben vieler Südafrikaner eine besonders große Rolle. Zu einer Beerdigung kommen übrigens in Südafrika nicht nur Blutsverwandte, sondern auch Namensverwandte. Also wer den gleichen Nachnamen wie der Verstorbene hat, obwohl er nicht mit diesem verwandt ist, wird er ebenfalls zur Beerdigung eingeladen. Daher werden bei einer Beerdigung die Straßen der Townships auch oft teilweise gesperrt, weil die „Häuser“ (größtenteils sind es Wellblechhütten)  in den Townships zu klein sind, um so viele Menschen bei der anschließenden Feier unterbringen zu können.

Nach der ca. 2 Stunden andauernden Busfahrt kamen wir dann endlich auf der Manzini Farm an, auf der wir die ersten beiden Tage mit ein paar Seminarstunden verbringen sollten. Die Farm befand sich ungefähr irgendwo im nirgendwo, aber das Gelände und die einzelnen Strohhütten waren wirklich sehr schön – so wie man sich Afrika meiner Meinung nach vorstellt 😀 Aber schaut selbst auf den Bildern!

Auf der Farm gab es sogar einen Naturpool, aber es war einfach zu kalt um diesen ausprobieren zu können. Ihr denkt jetzt wahrscheinlich, dass es in Südafrika doch nicht kalt sein kann, aber ich kann euch versichern: es ist SEHR kalt – zumindest wenn die Sonne weg ist. In Südafrika haben wir gerade Winter, aber der Winter ist nicht vergleichbar mit dem Winter in Deutschland. Tagsüber, wenn die Sonne scheint, ist es ziemlich warm und man kann in kurzen Sommersachen herumlaufen. Aber sobald man in den Schatten oder ins Haus geht, ist es sehr kalt. Bezüglich der Anziehsachen ist dies teilweise echt nervig und entweder friert man oft oder es ist einem viel zu warm. Und nachts kühlt es sich natürlich am stärksten ab  (es kann bis zu 1 Grad werden) und ich bin nun sehr dankbar dafür, dass mir meine Eltern einen Schlafsack geschenkt haben, denn die Häuser in Südafrika – besonders die auf der Farm – sind nicht besonders gut isoliert und durch die Fenster zieht es oft. Insgesamt ist es also am besten, den ganzen Tag im Lagenlook herumzulaufen 😀

Mit einem Lagerfeuer und einem Springbookie (einer der alkoholischen Lieblingsgetränke der Südafrikaner) und einer kleinen afrikanischen Band, die viele Lieder auswendig und spontan mit Trommel und Gitarre begleiten konnte, wurde der erste Tag auch schon beendet. Ein Springbookie ist übrigens ein Shot mit Minzschnaps und Amarula. Jedoch muss ich noch zugeben, dass ich am ersten Tag in Südafrika ziemlich starkes Heimweh bekommen habe, was ich zuvor eigentlich nicht gedacht hätte. Meine Mama meinte zu mir, dass das der „Kulturschock“ wäre, aber ich vermisse meine Familie schon sehr, aber ich hoffe, dass das Heimweh in den nächsten Tagen ein bisschen besser wird. Wahrscheinlich muss ich auch erstmal richtig hier ankommen und mich einleben…

Am nächsten morgen durfte ich auch wieder zum Frühstück Würstchen mit Pap genießen… Insgesamt ist es auch sehr typisch für die Südafrikaner, warm, viel und sehr süß zu essen. Also wenn ich nicht aufpasse, komme ich in einem Jahr mit 5kg mehr auf den Hüften zurück…Da ich aber nicht so der Fan von dem süßen Essen hier bin, wird das wahrscheinlich eher nicht so der Fall sein 😀 Aber hier ist wirklich alles sehr süß, sogar das Bier schmeckt wie Apfelsaft und der normale Fruchtsaft schmeckt nach Zucker pur. Unser Seminarprogramm für den heutigen Tag war eine Erinnerung an unser Sicherheitsbriefing, was wir machen dürfen und eher vermeiden sollten, um uns nicht in Gefahr zu bringen, denn diese darf man in Südafrika nicht unterschätzen. Danach durften Anna, Lino und ich zum ersten mal unsere Projektleiterinnen kennen lernen, die sehr nett und herzlich zu uns waren, aber zu meinem Projekt und zu meinen Projektleiterinnen kommt die Tage noch ein ausführlicher Blogeintrag, da dieser Blogeintrag sonst wirklich zu lang wird 😀 Nachmittags durften wir dann entweder Bubble Football oder eine Art Bogenschießen-Paintball spiel, was sehr viel Spaß gemacht hat.

Statt einem normalen Abendessen fand anschließend ein Braai (Grillfest) mit seeeehr viel Fleisch – wieder typisch für die Südafrikaner – Mais, Salat und einem mit Käse und Speck überbackenen Brot statt. Davon habe ich leider aber kein Foto gemacht, weil ich zu hungrig und das Essen wirklich zu lecker war. Besonders das Fleisch ist nicht vergleichbar mit dem in Deutschland und es gehört einfach zu der Kultur in Südafrika dazu. So wird das Konzept „Vegetarier“ hier auch nicht ganz verstanden, nachvollziehen können die Südafrikaner Vegetarier schon gar nicht und einem wird oft Hühnchen als vegetarischen Ersatz zum Fleisch angeboten 😀

Kurz nach dem Essen wurde uns von den Tanzgruppen aus den anliegenden Kinderheimen wie das Abraham Kriel Center ein GumBoot Tanz (ein Tanz mit Gummistiefeln) vorgeführt. Die Jungs, die den Tanz uns zeigten, waren noch recht klein und so sah der Tanz sehr niedlich aus. Danach traten die Mädchen mit einem „normalen“ Tanz auf, wobei das normal eine große Untertreibung ist, da die Kinder sich unglaublich gut bewegen konnten und Lebensfreude pur dabei ausstrahlten. Nach ihrem Tanz wurden wir dann von drei schwarzen südafrikanischen Frauen traditionell angemalt und bekamen Kopftücher aufgesetzt. Weiße Südafrikanerinnen malen sich übrigens keine Zeichen oder Malereien ins Gesicht.

Mit diesen Erlebnissen endeten dann auch die ersten Tage auf der Farm und am nächsten Tag ging es dann für mich und für einige meiner Mitfreiweilligen weiter nach Potchefstroom. Dazu mehr bei meinem nächsten Blogeintrag.

Bis dahin ganz liebe Grüße nach Deutschland! – eure Hannah 🙂

Bye Bye…

 

So meine Lieben… jetzt ist es nun soweit – der letzte Abend hier in Deutschland.

Die vorherigen Wochen sind einfach nur extrem schnell verflogen und morgen geht mein Flieger nach Südafrika. Meine Familie wird mich morgen Mittag zum Bahnhof nach Münster bringen und mich dort verabschieden und ich werde dann mit dem Zug weiter nach Frankfurt fahren, von wo aus mein Flieger dann gegen Abend starten wird. Ich fliege übrigens mit South African Airlines, worauf ich auch schon ein bisschen gespannt bin, da ich mit dieser Fluggesellschaft bisher noch nicht geflogen bin :D. Aber zum Glück ist der Flug ein Direktflug nach Johannesburg.

Ich weiß garnicht, ob ich sagen soll, dass es „endlich los geht“ oder „schon los geht“, aber ich denke, dass ich mich in diesem Augenblick einfach nur riesig auf das Jahr freue und ich erhoffe mir, viele schöne und unvergessliche Momente zu erleben, neue Erfahrungen zu sammeln und eine fremde Kultur und viele nette Menschen kennen zu lernen. Aber an dieser Stelle muss ich auch zu geben, dass ich nicht nur mit einem lachenden Auge, sondern auch mit einem weinenden Auge von zu Hause gehen werde… Die letzten Wochen und vor allem die letzten Tage vor meiner Abreise waren ziemlich emotional und es gab ein paar Abschiede zu viel für meinen Geschmack…, aber das gehört natürlich auch irgendwie zu so einem Auslandsjahr dazu 🙂 So war es bei einigen Verabschiedungen für mich nicht leicht, „Tschüss“ zu sagen, da einem das Jahr, in diesem man sich nicht sehen kann, dann doch sehr lang erscheint, aber trotzdem waren diese Verabschiedungen auch unvergessliche Momente für mich! Zum Glück nehme ich ungefähr 200 Fotos, auf denen meine Familie und meine Freunde abgebildet sind, mit! 😀 Diese werde ich mir sicherlich das ein oder andere mal bei zu großem Heimweh in Südafrika anschauen und auch neben meinem Bett aufstellen.

IMG_9745.jpg

– mein Gepäck –

Heute habe ich noch mit meiner Mama die letzte Sachen in meinen Koffer gepackt, was insgesamt eine ziemlich große Herausforderung war und ich noch viele Sachen auspacken musste, da ich große Schwierigkeiten mit dem Gewicht hatte. 23kg und 8 kg als Handgepäck sind meiner Meinung nach für ein Jahr auch nicht besonders viel… Glücklicherweise darf ich noch eine Laptoptasche und ein Kissen, in diesem ich jetzt aus Not mein Schlafsack gestopft habe, mitnehmen :D. Laut meiner Waage wiegt mein Koffer jetzt auch genau 23kg und ich hoffe, dass dies die Wage morgen am Flughafen auch noch so anzeigen wird…sonst muss ich notfalls ein paar Pullis übereinander anziehen 😀 Im Moment realisiere ich auch noch nicht so ganz, dass ich morgen für ein Jahr nicht mehr hier sein werde…das werde ich dann wahrscheinlich erst nach der Landung in Südafrika. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal von euch allen verabschieden und ich freue mich auch schon, euch in einem Jahr wiederzusehen! Und ich hoffe natürlich, so schnell wie möglich die ersten Eindrücke und Bilder mit euch teilen zu können 🙂 Bis dahin alles Gute und ganz liebe Grüße! Fühlt euch ein letztes mal gedrückt von mir und bis bald 🙂 – Eure Hannah

Hier übrigens die Wetteraussichten für die kommenden Tage (und es ist gerade Winter in Südafrika): Ich glaube, dass das Bild alles sagt und ich freue mich jetzt schon auf die mindestens 300 Sommertage im Jahr dort! Ein bisschen Mitleid werde ich natürlich auch mit euch hier zu Hause in Deutschland haben… 😀

IMG_9749

Preparation Seminar

IMG_8218.jpg     IMG_8181

Vom 22. Mai bis zum 29. Mai fand das Vorbereitungsseminar meiner Organisation in Bad Honnef statt. Bei diesem erwartete uns ein abwechslungsreiches, aber teilweise auch sehr anstrengendes Programm, da wir uns jeden Tag von morgens um 9:00 Uhr bis abends um 19:00 Uhr zu verschiedenen Sitzungen, Vorträge und gemeinsamen Diskussionen sowie Gruppenarbeiten getroffen haben. Natürlich gab es dazwischen auch immer Unterbrechungen wie die zahlreichen „Tea Time“-Pausen mit Kaffee und Kuchen 🙂

Was ich besonders toll fand war, dass 8 Mitarbeiter/Ansprechpartner aus den Projekten in Südafrika extra angereist sind, um uns die Projekte und das Land Südafrika vorzustellen. Da von diesen nur 3 Deutsch konnten, hielten wir das gesamte Seminar natürlich auf Englisch ab. Besonders Lance und Tumi – die einzigen beiden schwarzen Südafrikaner des Seminars – wollten uns die Kultur der Südafrikaner näher bringen und so starteten wir gemeinsam jeden Morgen mit dem Singen von Liedern in den Tag. Mein absolutes Lieblingslied wurde dabei eindeutig „Shosholoza“.
Aber auch das Lied „Kaptein“ von Kurt Darren war sehr lustig, obwohl es meiner Meinung nach eher einem deutschen Schlagerlied nur auf Afrikaans glich. Hört euch mal beide bei YouTube an! 😀

Dr. Richard Chernis, ebenfalls ein Partner aus Südafrika, der gleichzeitig mein Mentor bzw. mein Ansprechpartner vor Ort sein wird und mit seiner Frau in Pretoria wohnt, hat uns genaustens über die Geschichte und die aktuelle Situation Südafrikas informiert, was sehr spannend war! Ich will nun versuchen, vor allem die aktuelle (wirtschaftliche/politische/gesellschaftliche) Situation in Südafrika für euch kurz zusammen zu fassen.

Südafrika ist wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich zur Zeit in einer sehr schwierigen Situation. 2016 könnte es sogar auch zu einem Schicksalsjahr für das Land am Kap nach dem Ende der Apartheid werden. Zuerst wurde das Land nach dem Ende der Apartheid als Hoffnungsträger ganz Afrikas bezeichnet und die ganze Welt bewunderte die Versöhnungspolitik Nelson Mandelas. Jedoch seit dem Südafrika 2010 die Fußball WM veranstaltet hat, befindet sich die Wirtschaft des Landes an einem Tiefpunkt. Symptomatisch dafür ist das geschwundene Vertrauen der südafrikanischen Geschäftswelt, das Umfragen zufolge auf dem tiefsten Stand seit 1993 gefallen ist. Stellvertretend für diese Entwicklung steht auch die Währung Rand. So hat der Rand in den vergangenen 12 Monaten gegenüber dem Dollar und Euro fast 30% an Wert verloren. Das wird für uns oder allgemein für Touristen ein großer Vorteil sein, jedoch trifft dies die südafrikanische Bevölkerung sehr hart. Verstärkt hat nicht zuletzt diese Entwicklung auch Südafrikas Staatspräsident Jacob Zumba selbst, als dieser binnen kurzer Zeit gleich zwei Mal den Finanzminister austauschte. Daraufhin kam es zu Panikverkäufen am Devisenmarkt und die Ratingagenturen verfolgen nun jeden Schritt der Regierung sehr genau. So steht Südafrika seitdem kurz vor einer Herabstufung auf Ramschniveau, wie es gerade bei Brasilien der Fall ist und auch für Südafrika immer wahrscheinlicher wird. Wenn dieser Fall eintrifft, würden sowohl für den Staat als auch für die zahlreichen Unternehmen die Kosten für die Geldaufnahme weiter steigen und sich auch deren Schulden verteuern. Was die allgemeine Situation Südafrikas auch nicht verbessert, sind die vielen Skandale, personellen Fehlgriffe, die Vetternwirtschaft und die hohe Korruptionsrate in der Politik. So war ein Skandal die Tatssache, dass Jacob Zumba fast 20 Millionen Euro an Steuergeldern illegal in seine Privatresidenz investierte und das Verfassungsgericht ihn nur einem eklatanten Verfassungsbruchs bezichtigte. Das ist ein Vorwurf, der in fast jedem anderen Land zu einer Amtsenthebung geführt hätte.

Um die Wirtschaft wieder an einen Wendepunkt bringen zu können, wird es künftig daher mehr bedürfen, als nur die Steuern für die Reichen zu erhöhen und ein paar Einsparungen im Haushalt vorzunehmen. Die Sorge ist vor allem, ob Südafrika künftig noch schnell genug wachsen kann, um nicht nur die Schulden zu bedienen, sondern auch die hohen staatlichen Sozialausgaben finanzieren zu können. Über 17 Millionen (fast ausschließlich schwarze) Südafrikaner beziehen Sozialhilfe, ohne dafür vorher je eingezahlt zu haben. Zusätzlich liegt die (inoffizielle) Arbeitslosenrate bei fast 40% und die Lage wird noch durch die Folgen einer gewaltigen Dürre, die Maiskäufe am Weltmarkt notwenig macht und schon bisher vielen Menschen ihre Einkommens- und auch Nahrungsquelle geraubt hat, erschwert. Dies werden wir in unserem Jahr wahrscheinlich auch zu spüren bekommen und vor allem sehen, wie diese Entwicklung als erstes die arme Bevölkerung treffen wird…

Insgesamt haben wir bei dem Seminar thematisch alles erfahren, was wichtig ist und daher fühle ich mich nun schon soweit sehr gut vorbereitet. Punkte, die behandelt wurden, sind zum Beispiel noch: Sprachen (Afrikaans und Setswana), Religion, Racism, Prejudices, Xenophobie, general rules, safety & security (violence/crime), intercultural communication, HIV/Aids, Health/Insurance, Millennium Development Goals, Versicherung, Gepäck, Familie, Urlaub.

Zudem haben wir jeweils zu unserem Projekt ein Videobeitrag gesehen und ein Portfolio erhalten. An dieser Stelle kann ich nur immer wieder sagen, dass ich wirklich froh bin, bei diesem Projekt mitarbeiten zu können, da dieses – soweit ich das beurteilen kann – sehr gut zu mir passt!

Außerdem kann ich mich auch glücklich schätzen, in Potchefstroom leben zu werden, da man dort unglaublich viel machen kann, wie uns ehemalige Freiwillige, die am Samstag beim 25jährigen Jubiläumsfest der Organisation dabei waren, berichtet haben. Sei es einkaufen oder ins Kino zu gehen, Sport zu machen, feiern oder essen zu gehen, Leute zu treffen und vieles mehr. Zudem bietet die Stadt so viel, da sie eine Unistadt mit vielen Studenten und einem großen Studentencampus ist. Ich denke, dass wir daher eine sehr coole Zeit dort zusammen haben werden, vor allem auch deswegen, weil ungefähr 15 Freiwillige der Organisation nach Potchefstroom gehen werden und man sich daher gut treffen kann. Natürlich wollen wir aber auch noch die anderen besuchen gehen, die alle ungefähr in der Region um Johannesburg verstreut sind.

An dieser Stelle ist es daher auch denke ich mal wichtig zu erwähnen, mit wem ich überhaupt das Jahr dort verbringen werde 😀 Also meine Projektpartner sind Anna und Lino, die ungefähr genau so alt sind wie ich und wirklich klasse sind. Ich denke, dass wir zusammen ein tolles Team bilden werden! Zusammen werden wir in einem Haus in Potchefstroom noch gemeinsam mit 2 anderen Freiwilligen der Organisation wohnen. Diese beiden sind Nele und Marvin, die bei dem Projekt „Thakaneng“, ein Projekt mit Straßenkindern, arbeiten werden, welches sich ebenfalls wie unser Projekt im Township Ikageng befindet. Nele ist 21 und Marvin, der gerade seinen Bachelor abgeschlossen hat, ist 26 Jahre alt. Beide sind auch sehr cool und daher freue ich mich jetzt schon auf unsere „WG“ und vor allem auf unsere gemeinsame große Reise im Dezember!! 🙂

Im Großen und Ganzen ist in der Woche so viel passiert, sodass es schwer ist alles in einen Beitrag zu packen. Der „krönende“ Abschluss dieser Woche war aber auf jeden Fall das Jubiläumsfest, an diesem wir einen „Braai“ (Grillfest) veranstaltet haben. Zu diesem Fest sind sehr viele ehemalige Freiwillige gekommen, die uns viele Tipps zum Reisen, zu Verhaltensweisen usw. gegeben haben und uns ihre Erfahrungen schildern konnten. Da mein Projekt erst zum dritten Mal Freiwillige bei sich aufnimmt, war es für mich, Lino und Anna besonders toll, dass eine ehemalige Freiwillige unseres Projekts, Miriam, auch an dem Abend da war und uns viel und zum Glück nur Gutes von unserem Projekt berichten konnte. Miriam studiert nun sogar in Münster, was für sie und mich ein cooler Zufall war und wir uns daher noch gerne treffen möchten 🙂 Insgesamt war es schön, viele nette Leute kennen zu lernen und die ersten neuen Freundschaften knüpfen zu können.

IMG_8219.jpg   IMG_8238.jpg

Das Visum ist da!

IMG_8123.jpg

Mein Reisepass mit eingetragenem Visum ist heute morgen mit der Post angekommen!

Ich war wirklich sehr überrascht darüber, da mir die Mitarbeiter der Botschaft gesagt haben, dass die Bearbeitung ungefähr 8 Wochen dauern kann. Nun halte ich aber nach schon einer Woche mein Visum in den Händen. An dieser Stelle muss ich vielleicht nochmal mein eher negatives Bild von der Botschaft revidieren und den Mitarbeitern ein großes Lob aussprechen 😀

Ab Sonntag geht es dann nach Bad Honnef zum Vorbereitungsseminar, auf das ich mich schon sehr freue, da ich endliche meine Mitfreiwilligen kennen lerne, mit denen ich das Jahr verbringen werde.

Berlin – Visum beantragen

IMG_7951.jpg  IMG_8020.jpg

Zu den wichtigsten und meiner Meinung nach auch zu den aufwendigsten organisatorischen Punkte, die vorab zu erledigen sind, gehört eindeutig das Visum. Mir ist schon vorher klar gewesen, dass ich viele Dokumente benötigen werde, aber was dann doch noch für ein Papierberg und Organisationsaufwand auf mich zu kam, überraschte mich schon ein wenig. Vor allem deswegen, da mir Freunde, die bereits schonmal ins Ausland gegangen sind und ein Visum beantragen musste, eher von einem geringeren Aufwand berichteten. Dies lag wahrscheinlich auch daran, dass keiner von ihnen nach Südafrika gereist ist…

Neben den relativ einfach zu besorgenden Dokumenten, wie zum Beispiel der Reisepass und ein polizeiliches Führungszeugnis, gehören leider noch andere Dokumente, die teilweise sehr aufwendig zu bekommen waren. So musste ich mich röntgen lassen, um zu bestätigen, dass ich nicht an Tuberkulose erkrankt bin und ein allgemeines medizinisches Attest aufweisen. Zudem musste ich die Kopien aller Personalausweise und Reisepässe meiner Eltern bei der Gemeinde beglaubigen lassen, sodass ich in letzter Zeit sehr oft der Verwaltung einen Besuch abstatten musste. Zusätzlich brauchte ich von meinen Eltern noch ihre Kontoauszügen der letzen drei Monate, die beweisen sollten, dass sie mindestens 3000 Rand laut der Südafrikanischen Währung zur Verfügung haben. Dies entspricht ungefähr 200 Euro. Zudem mussten meine Eltern ein so genanntes „financial undertaking“ unterschreiben, mit diesem sie bestätigen, dass sie ausreichende finanziellen Mittel haben, um mich während des Jahres in Südafrika unterstützen zu können. Ein weiteres wichtiges Dokument ist auch das Formular DHA-1738, bei diesem ich unteranderem viele Fragen zur Einreise beantworten musste. Insgesamt kann ich nur sagen, dass die Visumbestimmungen sehr streng sind und ich genauestens darauf achten musste, dass ich alle Dokumente richtig ausgefüllt habe – nämlich nur mit einem schwarzen Stift und in Druckbuchstaben – und ich auch wirklich alle Dokumente beisammen hatte, denn um das Visum beantragen zu können, musste ich persönlich zur Botschaft nach Berlin fahren.

Da es einige Zeit braucht, bis der Reisepass mit eingetragenem Visum auch wieder an einem zurück geschickt wird, wurde uns vom DSJW empfohlen, bis zum 20. Mai unser Visum spätestens zu beantragen. Da ich aber am 10. Mai noch meine mündliche Abiturprüfung zu absolvieren hatte, stand ich ein bisschen unter zeitlichen Druck. So habe ich mich auch dazu entschieden, direkt am nächsten Tag nach der Prüfung früh morgens nach Berlin zu fahren. Gegen Mittag bin ich dann in Berlin angekommen und habe auch schnell mein Hostel gefunden, sodass mir noch viel Zeit für Sightseeing zur Verfügung stand.

IMG_7893.jpg  IMG_8073.jpg

IMG_8057.jpg  IMG_8087.jpg

 

 

Die Botschaft in Berlin hat immer Mittwochs geschlossen und für diejenigen, die ein so genanntes „visitor’s visa“ beantragen wollen, nur von 9:00 – 12:00 Uhr geöffnet. Aufgrund dessen bin ich am nächsten Tag früh aufgestanden, um pünktlich bei der Botschaft zu sein. Die Botschaft liegt direkt am Tiergarten zwischen der türkischen und österreichischen Botschaft. Obwohl ich einer der ersten war, die ein Visum beantragen wollte, musste ich ca. 1 1/2 Stunden warten, bis ich an der Reihe war und meine Unterlagen abgeben konnte. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon ein wenig nervös, da ich befürchtet hatte, dass mir Unterlagen fehlen würden, was aber letztendlich zum Glück nicht der Fall war. Leider waren die Mitarbeiter in der Botschaft sehr kurz angebunden und teilweise auch wirklich unfreundlich, aber trotzdem hat alles sehr gut geklappt und die Vorfreude auf Südafrika steigt bei mir seitdem umso mehr.

IMG_8038    IMG_8031   IMG_8041

IMG_8035

Südafrikanische Botschaft

Zurzeit habe ich nun schon 2 von 5 Impfungen hinter mich gebracht und der Internationale Führerschein ist beantragt worden, um auch in Südafrika weiter Auto fahren zu können. Wir, als Freiwillige bei Bafenyi Trust, werden zudem auch in Südafrika ein gemeinsames Auto erhalten, um die verschiedenen Vorschulen in Potchefstroom und Umgebung erreichen zu können, was ich echt super finde! 🙂

the beginning

IMG_8571.jpg

Dumela! (Setswana und bedeutet Hallo)

Natürlich ist es eigentlich an dieser Stelle nicht ausreichend für Südafrika, euch nur mit „Dumela“ zu begrüßen, denn Südafrika hat 11 verschiedene Amtssprachen! Aber da mir neben Afrikaans und Englisch Setswana am häufigsten begegnen wird, sage ich mal Dumela 😀

Seit Jahren steht für mich fest, dass ich nach meinem Abitur einige Zeit im Ausland verbringen möchte. Da ich gerne einen sozialen Beitrag leisten und mich im Rahmen eines Hilfsprojekts engagieren möchte sowie generell einen „Tapetenwechsel“ brauche, habe ich mich dazu entschieden, ein freiwilliges soziales Jahr in Südafrika zu absolvieren. So werde ich ab dem 17. August 2016 von Frankfurt nach Johannesburg starten, von wo aus es dann weiter nach Potchefstroom geht – mein neues Zuhause für das kommende Jahr 🙂

Der Aufenthalt findet im Rahmen des vom Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit geförderten „Weltwärts“-Programms statt. Meine Entsendeorganisation, die mir bisher bei der Organisation, wie zum Beispiel bei der Beantragung des Visums, wirklich sehr geholfen hat und für Fragen stets offen ist und diese immer schnell beantwortet hat (obwohl ich bestimmt schon gefühlte 100000 gestellt habe 😀 ), ist das Deutsch-Südafrikanische Jugendwerk e.V. (DSJW).

Damit ihr ein bisschen mitbekommen könnt, was ich so in dem Jahr in Südafrika erleben werde, versuche ich hier regelmäßig Berichte sowie Fotos/Videos zu veröffentlichen – soweit die Gegebenheiten dort dies zulassen (Internet wird wahrscheinlich nicht immer vorhanden sein…), aber das wird sich dann in nächster Zeit zeigen. Also wer neugierig ist und nachverfolgen möchte, was ich dort so machen & erleben werde oder mich einfach ein bisschen vermisst, kann hier gerne vorbeischauen 🙂

Ganz liebe Grüße – Eure Hannah

c64929cffcde015419bed7774fb651ac